Woher kommt es eigentlich, das wir – offenbar ganz instinktiv – in bestimmten Monaten, oder einer bestimmten Jahreszeit Lust auf ganz bestimmte Dinge verspüren?

Im Frühling steigt meist die Lust auf helle Farben und frische leichte Gerichte. In den Wälder riecht es nach Knoblauch – es ist Bärlauchsaison – und im eigenen Garten sprießen die ersten Schnittlauchhalme in sattem Grün ganz zart aus der dunklen Erde. Der Wochenmarkt hat endlich wieder mehr als nur die obligatorischen Kohlsorten zu bieten und mit den ersten wirklich frischen Produkte der Saison geht es los mit der frischen Frühlingsküche.

Kommt dann der Sommer und die Temperaturen steigen auch hier bei uns mal auf über 25 Grad verlegen wir unseren Lebensmittelpunkt ins Freie. – Living Outdoor!
Jetzt startet die Grillsaison und es geht raus zum Picknicken. Daneben stehen immer auch leichte und gern auch mal kalte Gerichte hoch im Kurs und bieten eine schöne Abwechslung zu Steak und Bratwurst.

Ab Mitte September kommt bei mir dann regelmäßig der Wunsch nach einem prasselnden Kaminfeuer auf, ich  bekomme Lust unser Wohnzimmer neu zu dekorieren, weil ich finde, dass es nicht gemütlich genug ist und in der Küche werden die Rezepte für frisch mariniertes Fleisch und Fisch, die leichte Antipasti oder auch den leckeren Fruchtsalat ausgetauscht gegen Rouladen mit einer Zimtsauce oder Gerichten mit Backpflaumen, Kardamom und Sternanis. Grünkohl und Kürbis starten in ihre Saison  – die Gerichte werden deftiger.

Ehe man sich versieht stehen dann auch schon Schokoladenweihnachstmänner, Lebkuchen und eine große Auswahl Adventskalender in den Regalen der Supermärkte – die Winter- und damit auch Weihnachtssaison hält Einzug in unsere Küche.

So, oder so ähnlich geht es wahrscheinlich den Meisten von uns.

Interessant da bei ist – sobald wir unsern Lebensmittelpunkt verlegen, also beispielsweise Weihnachten in der Karibik verbringen oder mitten im Sommer auf einen Gletscher fahren – ändert sich auch unsere Lust aufs Essen.
Damit ist diese nicht von einer inneren Biologischen Uhr abhängig, sondern von äußeren Einflüssen bzw. Temperaturen oder auch Orten. Denn die Lust auf bestimmte Getränke oder Gerichte wird auch stark von dem Ort an dem wir uns befinden geprägt. Der leckere italienische Landwein verliert zu Hause viel an seinem „Besonderem“ weil einfach die passe Umgebung fehlt – Das Auge isst mit, oder im diesem Fall eher: trinkt mit.

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