Durch die Rostocker Heide – ein gemütlicher Tagesausflug mit Fahrrad und Raddampfer

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Wer in Markgrafenheide oder in Warnemünde seinen Urlaub verbringt, kann sein Auto gern vor seinem Hotel oder der Ferienwohnung stehen lassen. Kurz sind die Wege zum Einkaufen und mögliche Ausflugsziele sind super per Fahrrad, Bus, Bahn oder auch per Schiff zu erreichen.

Wir haben heute mal eine kleine „Rundreise“ geplant.

Von Markgrafenheide aus geht es per Fahrrad zum „Traditionsgasthof Schnatermann“, von dort aus weiter mit dem Raddampfer zum „Alten Strom“ nach Warnemünde und von dort aus setzen wir mit der Fähre über nach Hohe Düne und folgen der Meereslinie zurück nach Markgrafenheide.

Start am Campingplatz Markgrafenheide

Da wir im Urlaub auch gern mal etwas länger schlafen, starten wir erst gegen 10.30 Uhr vom Campingplatz Markgrafenheide aus in Richtung des Traditionsgasthofes SCHNATERMANN.

Der Weg führt uns mitten durch Deutschlands größten geschlossenen Küstenwald – die Rostocker Heide. Ein Wald- und Heidegebiet mit einer Gesamtfläche von etwa 6000 ha. Das Waldgebiet besteht insgesamt etwa jeweils zur Hälfte aus Nadel- und aus Laubbäumen. Auf den etwa 5 km bis zu unserem ersten Etappenziel ist es eher von Laubbäumen wie Buchen, Eichen und Birken geprägt und immer wieder sehen wir kleine Wasserläufe und Tümpel. Langsam wird es Herbst, das Laub färbt sich allmählich bunt und die bereits doch sehr tief stehende Sonne schimmert durch die Bäume – ein herrlicher Anblick.

Erster Stopp an BORWINS EICHE

Auf etwa halber Strecke passieren wir das Hinweisschild: „BORWINS-EICHE“.

Hier stand bis vor etwa 70 Jahren „Borwins Eiche“. Fürst Heinrich Borwin III verkaufte im Jahr 1252 das Waldgebiet der Rostocker Heide für sehr wenig Geld an die Stadt Rostock, welcher es auch noch heute gehört. Zu Ehren Borwins wurde ein stattliche, bereits damals etwa 500 Jahre alte Eiche, nach ihm benannt. Laut Überlieferung soll der Stamm der Eiche im Jahr 1920 einen Umfang von 5,60 m gehabt haben und die Krone von ganzen 60 m. Nachdem der stattliche Baum zu sterben begann und dann vor etwa 25 Jahren umstürzte, finden sich an dieser Stelle heute noch einige Überreste des Baumes. Um die historisch gewachsene Verbundenheit der Rostocker zu Ihrem Wald zu dokumentieren, wurde durch das Stadtforstamt Rostock im Jahr 1992, an gleicher Stelle, eine neue BORWIN EICHE gepflanzt.

Nach diesem kurzen Ausflug in die Geschichte Rostocks radeln wir weiter und erreichen nach wenigen Minuten den Traditionsgasthof SCHNATERMANN

Zweiter Stopp am Traditionsgasthof SCHNATERMANN.

Romantisch gelegen, direkt am Breitlingsee, empfängt uns der Gasthof mit einer Pferdekoppel auf der rechten Seite und einem, fast schon parkähnlich angelegtem, Biergarten direkt gegenüber. Heute ist Dienstag, der 29.09.2015, die Sonne lacht und es ist angenehm warm. Da laut Homepage des Gasthofes von Mai bis Oktober täglich von 11.00 – 22.00 Uhr geöffnet ist, freuen wir uns auf ein gemütliches Mittagessen und ein kühles Bier. In der Vergangenheit waren wir schon einige Male für eine kurze Rast hier zu Gast und fanden immer, dass sich die Speisekarte ziemlich gut ließt. Dieses mal wollten wir also die Küche testen und waren voller Vorfreude auf ein richtiges Mittagessen! Schon von weitem bemerkten wir jedoch, dass es merkwürdig ruhig war. Einige anderer potentielle Gäste standen mehr oder weniger verwirrt vor der geschlossenen Absperrung zum Biergarten, die Sonnenschirme waren geschlossen und alle Stühle leer. Womit niemand gerechnet hatte – Ruhetag! Ein kurzer Anruf im Gasthof bestätigte uns dann leider das bereits vermutete:

„Wir haben mal 2 Tage Ruhetag. Morgen ist aber wieder offen.“  – Hmm Mist, wir sind jetzt da!

Aber es ist Urlaub und ärgern geht gar nicht! Also nutzen wir die 1 1/2 Stunden bis zur Abfahrt des Raddampfers für einen Spaziergang übers Gelände, denn es ist wirklich schön hier und gut essen kann man bei unserem nächsten Stopp  am „Alten Strom“ in Warnemünde allemal.

Kurzes Zwischenfazit zum Traitionsgasthof SCHNATERMANN: Idyllisch gelegen und sicher einen Ausflug wert – aber unbedingt vorher kurz anrufen ob auch wirklich offen ist.


Pünktlich um 13.30 Uhr steigen wir mit samt unseren Fahrrädern auf den Raddampfer und los geht es in Richtung Warnemünde.

Diese Fährlinie (Markgrafenheide – Schnatermann – Warnemünde) feierte in diesem Jahr ihr 15-jähriges Bestehen. Angefangen hat alles mit der Barkasse „SCHNATERMANN“, den Schaufelraddampfer „SCHNATERMANN“ gibt es erst seit drei Jahren. Diesen hat sich der Reeder Reiner Kammel eigens nach seinen Wünschen anfertigen lassen. Die Barkasse wird heute nur noch bei Flachwasser eingesetzt.

Gut versorgt mit Getränken und interessanten sowie sehr amüsanten Geschichten des Kapitäns fahren wir quer über den Breitlingsee, vorbei am Öl- und am Getreidehafen und passieren den Anleger der großen Kreuzfahrtschiffe. Nachdem wir die Fährlinie „Hohe Düne-Warnemünde“ gekreuzt haben, fahren wir weiter bis zum Leuchtturm um von dort aus in den „Alten Strom“ einzufahren.

Kurzes Zwischenfazit zur Schiffsrundfahrt: Eine sehr kurzweilige Tour, die nicht nur bei schönem Wetter sehr viel Spaß macht!

Dritter Stopp „Alter Strom“ in Warnemünde

In Warnemünde angekommen ist nun ein Bummel entlang vom „Alten Strom“ ein muss. Viele Geschäfte und Restaurants laden hier zu einem Besuch ein. Einfach nur schön ist es aber auch, sich von einem der Fischkutter ein frisches Fischbrötchen zu besorgen und dann auf einer Bank zu sitzen um dem bunten Treiben einfach nur eine Weile zuzuschauen.

Unser Mittagessen holen wir am späten Nachmittag im „STROMBLICK“ am Bahnhof nach. Ich bin ja grundsätzlich nicht so der SB-Imbiss-Fan, aber die vielen guten Bewertungen haben mich irgendwie neugierig gemacht und heute ist die Gelegenheit das Restaurant auszuprobieren.

Gut gestärkt treten wir den Heimweg an. Es ist mittlerweile nach 16.00 Uhr und es wird doch merklich kühler. Mit der Fähre setzen wir über nach Hohe Düne und Radeln die ca. 5 km parallel zur Ostsee zurück bis zum Campingplatz.

Wer die Tour nicht mit dem Fahrrad machen möchte, der kann auch direkt in Markgrafenheide in den Raddampfer einsteigen und einfach unterwegs den Zwischenstopp „SCHNATERMANN“ einlegen. Auch diese Tour ist unbedingt zu empfehlen, da die Strecke von Markgrafenheide bis zum Traditionsgasthof „SCHNATERMANN“ eine landschaftlich sehr schöne Strecke ist.